Verantwortung in der Küche übernehmen
COOLinarisch: der Podcast für Küche, Gastronomie und alle, die Essen & Trinken lieben
In der aktuellen Folge des Podcasts COOLinarisch des Gusteliers – Atelier für Geschmackserfahrungen erzählen drei junge Südtiroler:innen von ihren sehr unterschiedlichen Wegen in die Küche, von frühen Führungsaufgaben und davon, was es heute bedeutet, Verantwortung in der Gastronomie zu übernehmen.
Den Anfang macht Monika Huber aus dem Pustertal. Mit gerade einmal 28 Jahren hat sie vor wenigen Monaten ihre erste Küchenchef-Position in der Schweiz übernommen. Dabei hatte sie in der Oberschule noch gar nicht geplant, Köchin zu werden. Erst Schulpraktika bei Karl Volgger im Hotel Majestic in Reischach und in den Marken weckten ihre Leidenschaft für das Kochen. Nach der Matura entschied sie sich deshalb, das geplante Studium gegen eine Kochlehre einzutauschen – bei niemand Geringerem als Egon Heiss, damals in Bad Schörgau. Es folgten Erfahrungen in Deutschland und Portugal, bis sie ins Zwei-Sterne-Restaurant Taverne zum Schäfli von Spitzenkoch Christian Kuchler in der Schweiz kam. In seinem seit Kurzem gepachteten See-Restaurant Schlössli übertrug er der talentierten Südtirolerin nun die Verantwortung als Küchenchefin. Monika Huber wurde von Gault&Millau Schweiz bereits als Entdeckung des Jahres ausgezeichnet. In der Küche arbeitet sie gemeinsam mit Patissière Theresa Hermann, die sie aus der Vila Joya in Portugal kennt, sowie einem deutschen sowie einem Südtiroler Kollegen. Im Podcast COOLinarisch mit Bettina Schmid spricht sie darüber, wie sie ihre neue Rolle erlebt – und warum in ihrem Küchenteam nicht mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden Frauen sein dürfen.
Abwechslung in der Patisserie
Auch Simon Unterholzner aus Terlan berichtet im Podcast von seinem Weg: Er begann mit einer klassischen Konditorlehre, merkte jedoch bald, dass ihm das sich ständig wiederholende Sortiment zu wenig kreativen Spielraum bot. Auf Anraten seiner Schwester bewarb er sich – im frisch gebügelten Hemd – beim Sternekoch Gerhard Wieser im Castel in Dorf Tirol. Damit begann seine Laufbahn als Patissier in der Restaurantküche. Es folgten prägende Erfahrungen in unterschiedlichen Küchen in Deutschland und der Schweiz, bis hin zur Sous-Chef-Position in einem vegetarisch-veganen Restaurant mit asiatischen Einflüssen. Zurück in Südtirol übernahm er die Position des Patisserie-Chefs im Castel und wurde 2025 sogar unter die 50 besten Patissiers im deutschsprachigen Raum gewählt. Doch das Jahr brachte auch einen schweren familiären Schicksalsschlag mit sich, der ihn bis heute begleitet. Wie er mit dieser Erfahrung umgeht und was für ihn das wirklich Schöne an der Arbeit in der Patisserie ist, erzählt Simon Unterholzner im Podcast COOLinarisch sehr offen.
In Vaters Fußstapfen treten
Der dritte Gesprächspartner ist Daniel Hintner, der vor einigen Jahren nahezu unbemerkt die Küche des Sterne-Restaurants Zur Rose in Eppan von seinem Vater Herbert Hintner übernommen hat. Die endgültige Entscheidung für den Kochberuf fiel bei ihm jedoch erst nach ein paar Semestern an der Universität Wien, im Alter von 24 Jahren. Seine Laufbahn begann er in der Patisserie des elterlichen Betriebs, anschließend sammelte er Erfahrungen in der deutschen Gourmetküche, bevor er nach Südtirol und in die Zur Rose zurückkehrte. Daniel Hintner ist sehr belesen, interessiert sich für Musik, Psychologie und Zahlen, und geht sehr reflektiert an Küche und Familienunternehmen heran. Wie er den Generationenwechsel erlebt, was er von seinem Vater übernimmt und was er bewusst anders machen will – und auch muss –, erzählt er im Podcast COOLinarisch von Bettina Schmid, Leiterin des Gusteliers – Atelier für Geschmackserfahrungen.
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Gustelier