Dry January – Herausforderung oder Chance?

Der „Dry January“ wurde 2013 in Großbritannien ins Leben gerufen und hat sich inzwischen zu einer international bekannten Gesundheitskampagne entwickelt, bei der auch Südtirol mitmacht. Die Idee dahinter ist simpel: Ein Monat ohne Alkohol, um Gewohnheiten zu durchbrechen und den Konsum bewusster zu gestalten.

Mit der C0,0l-Challenge lädt das Forum Prävention heuer bereits zum dritten Mal Menschen in Südtirol ein, ihre Beziehung zu Alkohol zu reflektieren und die positiven Effekte eines alkoholfreien Lebensstils am eigenen Körper zu erleben. 2026 legt die Kampagne besonderen Wert darauf, gemeinschaftliche Genussmomente ohne Alkohol zu fördern und alternative Genussräume sichtbar zu machen. Teilnehmende können sich gegenseitig motivieren, Erfahrungen austauschen und gemeinsam das Ziel eines alkoholfreien Monats erreichen.
Unterstützt werden sie dabei durch einen WhatsApp-Channel mit Alltagstipps sowie die internationale App Try Dry, die als digitales Tagebuch das Wohlbefinden und die Schlafqualität dokumentiert und persönliche Erfolge messbar macht.

Auswirkung auf den Getränkeumsatz

Auf den ersten Blick stellt die Initiative für Gastronomiebetriebe eine Herausforderung dar – insbesondere in Bezug auf den Getränkeumsatz. Doch wer den Trend aktiv mitgestaltet, kann sogar profitieren. Immer mehr Gäste wünschen sich im Januar nach den Feiertagen einen bewussteren, gesünderen Lebensstil. Betriebe, die darauf eingehen, positionieren sich als innovative, zeitgemäße Gastgeber.

Mehr Auswahl schafft neue Chancen

Wie lässt sich das konkret umsetzen? Gemeinsam mit dem Service-Team und den Lieferanten lohnt es sich, bereits jetzt zu überlegen, welche attraktiven alkoholfreien Getränke zum eigenen Betrieb passen. Vielleicht entsteht ein bewusst kreierter alkoholfreier Welcome-Drink oder ein Signature-Aperitif? Möglichkeiten gibt es viele: Das kann von Tee-basierten Getränken bis zu Kombuchas oder alkoholfreien Sekt oder Wein gehen.

Wichtig ist, das Angebot klar sichtbar zu machen – an der Theke, auf Tischaufstellern und online, etwa als „alkoholfreie Winter-Highlights“. Auch die Präsentation spielt eine große Rolle, denn: Das Auge trinkt mit. Ebenso essenziell ist eine entsprechende Schulung der Mitarbeitenden, damit alkoholfreie Optionen aktiv angeboten werden. Der Januar eignet sich zudem sehr gut als Testphase für neue Produkte: Was kommt gut an? Wo gibt es Nachfrage? Welche Getränke passen langfristig ins Sortiment?

Impulse aus der Praxis

Weitere Inspirationen liefert Nicole Klauss aus Berlin, ausgewiesene Expertin des alkoholfreien Trinkgenusses. Sie gestaltet dazu einen Kurs der HGV-Weiterbildung am Mittwoch, 4. März 2026, im Gustelier – Atelier für Geschmackserfahrung. Dort erhalten Gastronom:innen wertvolle Inputs, wie sich alkoholfreie Genusskultur kreativ und wirtschaftlich erfolgreich in den Betrieb integrieren lässt.

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